30.01.2015: Treffen Greizer Bürger mit Flüchtlingen

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Geschrieben von: Antje-Gesine Marsch in Herz-Jesu-Gemeinde

Im Gemeindezentrum der Herz-Jesu-Gemeinde wurde gemeinsam gesungen, gegessen und geredet

Pfarrer Dietmar Brosig (r.) begrüßt die Flüchtlinge im Gemeindesaal der Katholischen Kirche Greiz.

Pfarrer Dietmar Brosig (r.) begrüßt die Flüchtlinge im Gemeindesaal der Katholischen Kirche Greiz.

GREIZ. Die Treffen von Flüchtlingen und Bürgern der Stadt Greiz führen seit längerer Zeit Fremde und Einheimische zusammen und laden dazu ein, sich besser kennen-und verstehen zu lernen. Zum ersten Mal bat Besong Agbor am Freitagnachmittag in das Gemeindezentrum der Katholischen Kirche. „Hier haben wir mehr Platz“, freute sich der engagierte Sprach-und Migrationsmittler. Bereitete man in der vergangenen Woche im Café O.K. gemeinsam Speisen aus Kamerun zu, stand dieses Mal das Nationalgericht von Eritrea, Zigni auf dem Plan. Große Unterstützung bei der Vorbereitung der Veranstaltung leistete eine Gruppe Jugendlicher des Ulf-Merbold-Gymnasiums: Achtklässlerin Judith Amler, sowie die Schüler der 11. Klasse Jonathan Lätzsch, Sarah Ruder und Elias Amler. „Wir sind glücklich über die Hilfe der Jugendlichen“, freute sich Besong Agbor, der unterstrich, dass man nicht nur gemeinsam kochen und musizieren, sondern auch über Bildungsangebote oder gemeinsame Spaziergänge die Menschen erreichen wolle. Pfarrer Dietmar Brosig erklärte den Anwesenden verschiedener Nationalitäten, dass die Greizer Katholische Kirche unter dem Patronat Herz Jesu stehe. Ein Mensch, der verloren ist, sei am Herzen des Vaters genau richtig aufgehoben. „Sie alle hier sind am Herz Jesu“, so der Geistliche, der nochmals betonte, dass die Flüchtlinge in Greiz willkommen sind. Michel aus Eritrea ging in seinen Worten zunächst auf das Land ein, die Geografie, Sprache und politische Entwicklung und erklärte auch, warum er und viele Menschen aus diesem ostafrikanischen Land flüchteten. Unter der seit dem Jahr 1991 errichteten Militärdiktatur habe man keinerlei Rechte; würde gezwungen, in den Krieg zu ziehen und gegeneinander zu kämpfen. Neun ethnische Gruppen gebe es in Eritrea, wobei Christen und Muslime die stärksten bilden. Die Regionen untereinander würden sich verstehen – Probleme habe man nur mit der Regierung, wie Michel sagt. Unter schwierigsten Umständen sei man über den Sudan und Äthiopien nach Italien geflohen – viele der Freunde hätten die Flucht mit dem Leben bezahlt. „Wir akzeptieren das Grundgesetz der Bundesrepublik Deutschland, wir wollen mit der Kultur kooperieren. Wir sind auch keine Trinker und Gewalttätigen – wir wollen lediglich in Ruhe, ohne Vorurteile, friedlich hier leben.“ Der Glauben spielt bei den Menschen in Eritrea eine bedeutende Rolle. Im Gemeindezentrum sangen sie einige Lieder, sprachen Gebete und tanzten dazu. Das Beisammensein im Anschluss war gekrönt vom Nationalgericht des Landes : Zingi – ein dicker Eintopf aus Tomaten, Fleisch und Gemüse, scharf gewürzt mit Berbere. „Nächste Woche werden wir näher auf das Land Somalia eingehen“, kündigte Besong Agbor bereits an und lädt alle Greizer Bürger zu diesem ganz besonderen Kennenlern-Nachmittag in das Gemeindezentrum der Herz-Jesu-Gemeinde ein.

Antje-Gesine Marsch @31.01.2015

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